Wir schreiben den 16. Dezember 2014, ein regnerischer Tag in Reeuwijk. Es ist dann auch fast zwei Monate her, seit unserem ersten Treffen im Rahmen des Workshops von Jeff Ascough in Amsterdam, und noch länger seit der Einführung des Masters of Dutch Wedding Photography. Die Idee von Erwin Beckers und Christiaan de Groot, von denen der Letztere bei uns am Tisch sitzt.
Christian hat uns schon mitgeteilt, dass er für die Masters mittags einen Termin im Reeuwijkse Hout hat und dass einige Fotografen vorbeikommen würden. Was er der Einfachheit halber und zu seiner Belustigung NICHT erzählte war, dass wir herzlich eingeladen waren. Das fand ich schon was.

 

Die von spektakulären Jurymitgliedern beurteilten spektakulären Fotos aus den ersten beiden Runden hatten die niederländische Gesellschaft der Hochzeitsfotografie schon ziemlich aufgerüttelt und ich sitze (leider) nicht täglich mit renommierten Topfotografen wie Damon Pijlman, Isabelle Hattink Jacqueline Dersjant und Wouter van Twillert zum Kaffeetrinken zusammen. Ich gebe zu, dass ich ziemlich verlegen war als ich ihnen die Hand gab. Wie ein schüchterner Schuljunge, der ein viel zu hübsches Mädchen anspricht.
Dass Christiaan und Erwin es überhaupt geschafft haben diese Spitzenfotografen an einen Tisch zu bekommen, zeigte natürlich schon, dass die Masters Awards „The Real Deal" werden sollten. Über einen der Tagesordnungspunkte muss ich im Nachhinein noch immer schmunzeln. Um den Facebookpost vom 18. Dezember zu zitieren: “Ein Masters Event?”
Fast Forward zum 28. April. Aus dem Fragezeichen ist ein Ausrufezeichen geworden. Im Club Panama in Amsterdam wurde ein wunderbarer Cocktail serviert, seine Zutaten waren fast 100 Fotografen, vier Ikonen und vier Seminare. Oh, und ein leeres Ehrenpodium. Dieses Ereignis war in der Tat nicht nur zum Zuhören und Lernen gedacht, sondern natürlich auch zum Feiern. Mehr dazu später.
Der Kick-off erfolgte durch David Murray. Genau DER David Murray. Ein Mann mit mehr Erfahrung als, sagen wir, zwei Drittel des gesamten Publikums zusammen genommen. Er hielt eine ebenso persönliche wie auch emotionale Rede über das „Warum" und erzählte dabei etwas über die Fotos, die er von dem vergeblichen Kampf seiner Schwester gegen den Krebs gemacht hatte.

 

 

 

Dann wurde es etwas leichter, mit dem lustigen und bescheidenen Marius Barbulescu, der Mann, der in den letzten Jahren scheinbar ganz lässig Fearless Awards gewinnt und in Amsterdam zum ersten Mal vor großem Publikum sprach. Ihm folgte Franck Boutonnet, ein hipper Franzose mit entsprechend hervorragendem Portfolio. Ich fand es besonders amüsant zu hören, als er darüber sprach, dass er vor allem für sich selbst fotografiert. Danach sprach der letzte Gast - Tyler Wirken – der sich diesbezüglich genau auf der gegenüberliegenden Seite befindet.
Geschmäcker sind verschieden, aber ich war (wieder) stark beeindruckt von den „Family Historian Who Documents Weddings”. Tyler weiß offenbar sehr genau, was seine Stärken sind und hat eine sehr gute Geschichte. Stärker noch: Einige Stücke in seiner Argumentation bezüglich „Ich fürchte wir reden am Thema vorbei” gingen mir so nahe, dass ich atemlos und mit klopfendem Herzen zuhörte. Das improvisierte Interview mit seinen ehemaligen Studenten Marieke Zwartscholten und Susan Eikenaar war sowohl lustig wie auch lehrreich.

 

Nach einem reichhaltigen Abendessen im lokalen Tapas-Restaurant (ich habe zum ersten Mal in meinem Leben gesehen wie männliche Kollegen vor lauter Hunger am Tisch nagten) versammelte sich die Gesellschaft langsam wieder im Panama und es wurde Zeit für das Dessert: die Preisverleihung. Und zwar mit einer gemischten Gesellschaft, denn der Saal war nicht nur mit Fotografen gefüllt, die auf ihren ersten Masters Award warteten oder bangten, ob sie in die Top 10 gelangt waren (hi Luther ;-)), aber auch wieder mit Damons, Isabelles, Jacquelines und Wouters. Die Fotografen, die gerade gespannt waren, auf welchem Treppchen des Ehrenpodiums sie landen würden.
Luther Nägel konnten sich schon bald wieder erholen, denn er wurde zusammen mit neun anderen Spitzenfotografen nach vorne gerufen. Der beste Mann wurde schließlich selbst Vierter, Hochachtung dafür. Er ließ damit Ralf Czogallik (Fünfter), Jacqueline Dersjant (Sechste), Wouter van Twillert (Siebter), Marieke Zwartscholten (Achte), Indra Simons (Neunte) und Ashvin Ghisyawan hinter sich. Somit blieben noch drei Gladiatoren übrig, nämlich eine Frau (Isabelle Hattink), flankiert von Peter van der Lingen und Damon Pijlman. Isabelle belegte den dritten Platz, wobei Damon mit seinem letzten Griff aus der Award-Tasche (und die ist seeehr groß) den ersten Preis für sich beanspruchte. Mit dem charakteristischen breiten Grinsen und unter großem Applaus erhielt er noch eine weitere Feder, so dass er seine Rückseite damit schon fast wie ein Pfau schmücken konnte. Damon erhielt letztendlich sechzehn (!) Master Awards im Vergleich zu den ebenso meisterhaften zwölf preisgekrönten Fotografien von Peter.
"Die besten Fotografen stehen hier auch wirklich auf der Bühne", flüsterte Kollege Leonard mir zu." Das ist jetzt schon die Stärke der Masters." Er hat wirklich Recht und er machte Christiaan und Erwin damit ein großes Kompliment. Bleibt mir noch zu sagen: Die Facebook-Seite der Masters hat beinahe 1.000 Likes. Sie, als Leser dieser Geschichte, gehören wahrscheinlich auch dazu. Ich schlage vor, dass Sie im nächsten Jahr auch dabei sind. Oder wieder dabei sind. Nicht nur wegen der Atmosphäre, dem Networking und der Berühmtheiten die dort sprechen. Vielleicht applaudieren wir nächstes Jahr schon für Sie.
 
Jesse van Kalmthout

 

 

 

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